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Beobachterbericht zum Forum: Mystische Gotteserfahrungen in Christentum und Islam

Specker bietet in seinem Aufsatz einen Beobachterbericht zum Forum „Mystische Gotteserfahrungen in Christentum und Islam“. Er arbeitet zunächst systematisch drei zentrale Implikationen der Diskussion heraus: die Mystik thematisiert die Grenzen der Sprache, die Erfahrungsbezogenheit der Gottesrede sowie den Gegenwartsbezug der Mystik. Dabei werden Erwartungen an die Mystik sichtbar, etwa dass sie eine Flexibilisierung der Dogmatik ermögliche oder die Einheit der Religionen stiften könne.

Anschließend entwickelt Specker kritische Überlegungen: So sei die enge Verbindung von Mystik und Sprachlosigkeit fraglich, da die Mystik oft eine große Sprachproduktivität entfalte. Zudem sei die Kommunikabilität und Rationalität mystischer Erfahrung zu bedenken. Auch dürfe die Mystik nicht vorschnell mit Unmittelbarkeit identifiziert werden, da Erfahrung Strukturen der Vermittlung aufweise. Schließlich stellt Specker die Frage, ob die postulierte Einheit der Mystik nicht etwa an ein metaphysisches Weltbild gebunden sei, das heute fraglich geworden ist.

Insgesamt, so Speckers Fazit, ermöglicht die Mystik einen fruchtbaren Blick auf die Gottesrede, wirft aber auch neue Fragen auf, die weiterer Klärung bedürfen. Die systematische Reflexion dieser Fragen, so Specker, kann den interreligiösen Dialog bereichern.

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