|  

Gottesferne – ganz nah. Christliche Mystik an den Grenzen der Sprache

Keul diskutiert in ihrem Aufsatz die christliche Mystik an den Grenzen der Sprache.

Sie zeigt auf, dass die Mystik das Unsagbare zum Thema hat und sich an den Grenzen der Sprache bewegt. Mystikerinnen wie Mechthild von Magdeburg drücken aus, dass ihre Sprache schwach ist, um Gott zu beschreiben, und dennoch nehmen ihre Werke einen besonderen Platz in der Literatur ein. Die Mystik thematisiert das Geheimnis des Lebens, das sich wie bei der Aufersteung Jesu dem Sagbaren entzieht.

Keul arbeitet heraus, dass die Mystik die Gottesferne ebenso wie die Gottesnähe erfährt. Die Erfahrung der Gottesferne ist notwendig, um einer Vereinnahmung Gottes entgegenzuwirken. Die Mystikerin erfährt an den Brüchen des Lebens auch selbst ein Verstummen. Dennoch ist sie berufen, Gott ins Wort zu bringen.

Für den interreligiösen Dialog eröffnet die Mystik die Chance, über Religionsgrenzen hinweg Gott als Geheimnis ins Gespräch zu bringen. Wie Keul betont, kann die Suche nach den verborgenen Spuren Gottes in einer von Gewalt geprägten Welt helfen, den Fundamentalismus zu überwinden. Insgesamt zeichnet die Mystik Gravuren der Nähe in der Ferne und umgekehrt.

Zum Shop