Agai thematisiert islamistische Diskurse der Abgrenzung gegenüber dem Christentum und ordnet diese in einen weitläufigeren Abgrenzungsdiskurs ein, der sich hauptsächlich gegen andersartige Verständnisweisen des Islam richtet. Anhand verschiedener Stellen aus dem Koran zeigt er, wie diese zum Beleg unterschiedlicher Auffassungen – sowohl des Dialogs als auch der Abgrenzung – herangezogen werden können. Es sei deswegen Aufgabe der exegetischen Wissenschaft sich mit solchen integrativen und abgrenzenden Aussagen im Koran auseinanderzusetzen und diese einzuordnen. Gerade aufgrund dieser Ambivalenzen im Verständnis des koranischen Textes sei es bedeutsam, auf die jeweiligen gesellschaftspolitischen Argumentationsmuster zu blicken. Diese schaffen oftmals erst die jeweilige Vorprägung für eine bestimmte Verständnisweise des Textes. Zum Verständnis der Abgrenzungsdiskurse sei zudem das Verständnis für seine ideengeschichtlichen Grundlagen entscheidend, womit auch die Vielschichtigkeit der verschiedenen Gruppierungen in den Blick rücken könne. Aufgrund der hohen Bedeutung fokussiert Agai sich dabei auf die Entwicklung der wahabitischen Bewegung. Er analysiert die Funktionsweise islamistischer Abgrenzungsdiskurse eingehend und fragt nach dem sinnvollen Umgang mit entsprechenden Gruppen.
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