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Frau in Amt und Autorität im Christentum. Zwischen theologischer Legitimation und ihrer Infragestellung

Heidrun Mader untersucht in ihrem Aufsatz die Frage nach der Legitimation und Infragestellung von Frauen in Amt und Autorität im Christentum. Sie stellt fest, dass die Gleichberechtigung von Frauen in kirchlichen Ämtern weltweit sehr unterschiedlich gehandhabt werde und sich vor allem an der Ordination von Frauen zum Priesteramt entzünde. In der Evangelischen Kirche in Deutschland können Frauen zwar seit den 1960er Jahren ordiniert werden, doch in den kirchenleitenden Gremien sind sie nur zu etwa einem Drittel vertreten. Noch geringer ist ihr Anteil in den leitenden geistlichen Ämtern der Landeskirchen.

Es wird argumentiert, dass die heutige Ungleichheit der Geschlechter in kirchlichen Ämtern auf eine jahrhundertelange Tradition der Ausgrenzung von Frauen aus geistlichen Leitungsämtern zurückgeht. Jedoch zeigen frühe neutestamentliche Texte, dass Frauen in den Urgemeinden durchaus leitend und lehrend tätig waren, z.B. als „Apostelinnen, Lehrerinnen, Prophetinnen, Diakoninnen und Jüngerinnen“. Es wird beispielhaft der Galaterbrief zitiert, wo Paulus schreibt: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann und Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Dieses Zeugnis wird als schwerwiegender eingeschätzt als einzelne Regulative, die Frauen ausschließen. Insgesamt wird dafür plädiert, die Rolle der Frauen in der frühen Christenheit und der Bibel differenzierter zu betrachten und ihr Gewicht gegenüber ausgrenzenden Traditionen zu korrigieren. Dies könne neue Schlussfolgerungen für die Gegenwart ermöglichen.

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